Bad Münstereifel – St.-Angela Gymnasium – Kardinal Woelki

12. Juni 2019 Hofer/wey

Bad Münstereifel. Am Anfang stand die Idee einer einzelnen Frau. Vor 425 Jahren wollte die Bad Münstereifeler Bürgerin Margareta Lynnerie jungen Mädchen Bildungschancen eröffnen und stellte ihr Elternhaus für die Gründung einer Schule zur Verfügung. Damit legte sie den Grundstein für das heutige Erzbischöfliche St.-Angela-Gymnasium. Am Donnerstag, 6. Juni 2019 feierte die Schulgemeinschaft ein großes Fest zum Jubiläum.

Kardinal Woelki ermutigt zur Wachsamkeit

Den Auftakt des Festtages bildete ein Pontifikalamt mit Rainer Maria Kardinal Woelki. Der Kölner Erzbischof knüpfte in seinen Worten an die Schulgemeinde an das Tagesevangelium (Mk 13, 33-37) an und forderte die jungen Menschen zur Wachsamkeit auf. Dazu schlug er eine Brücke zum Leben der Schulgründerin sowie zur Heiligen Angela. Margareta Lynnerie sei ebenso wie die Heilige Angela wachsam gewesen und habe sich mit den Umständen ihrer Zeit nicht abfinden wollen. So hätten beide in dem Bewusstsein, dass Jungen bevorzugt wurden, die Mädchenförderung zu ihrer Aufgabe gemacht. Dies sei für die damalige Zeit nahezu revolutionär gewesen.

Auch in unserer Zeit brauche es ein „großes, sehnsüchtiges Herz“, damit Bildungsungerechtigkeit keine Chance habe. Im Abstand von 425 Jahren zu Margareta Lynnerie gehe es auch heute darum, Visionen zu haben und eine Sehnsucht in sich zu tragen, diese Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Ganz aktuell sei das bei der schwedischen Schülerin Greta Thunberg spürbar, die mit ihrer Aktion „Fridays for future“ ein Nachdenken über und ein Handeln hin zu mehr Klimaschutz in Gang gesetzt habe. Maßgeblich sei es, dass ein jeder sich der Begabungen und Fähigkeiten bewusstwerde, die den Menschen von Gott im Heiligen Geist geschenkt worden seien. Aufgabe einer kirchlichen Schule wie des St.-Angela-Gymnasiums sei es, diese Charismen zu fördern und so im Sinne einer „ Pädagogik Jesu“ den Blick auf den Anderen und ein offenes Herz für den Anderen zu entwickeln.

Schule schöpft Vertrauen aus langer Geschichte

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst durch den Seelsorgebereichsmusiker Volker Prinz sowie durch ein Schülerensemble unter der Leitung des Lehrers Bruno Hofer. Während des Festaktes im Anschluss an den Gottesdienst betonte Schulleiter Bernhard Helfer die Hoffnung und den Mut, die die Schule aus ihrer langen Tradition schöpfe: So „gibt uns unsere Geschichte das Vertrauen, die Gegenwart und die Zukunft im Geiste Margareta Lynneries, Angela Mericis und all der vielen anderen, die uns im Laufe der vergangenen Jahrhunderte inspiriert haben, zu meistern.“ Und das in dem Bewusstsein: „Das St.-Angela-Gymnasium ist unsere – nicht irgendeine Schule.“

Sportliches Begleitprogramm

Um das Jubiläum würdig zu feiern, hatte sich die Schule zusätzlich ein vielfältiges Begleitprogramm ausgedacht: Ein „Lebend-Kicker“ sorgte ebenso für Unterhaltung wie unterschiedliche sportliche Aktivitäten unter dem Motto „Sport vor 425 Jahren – aber nicht nur“. Die Sport-Fachschaft hatte verschiedene Stationen aufgebaut. Ganz gleich, ob „Schweinetreiben“, Schwertkampf, Lanzenkampf, Sackhüpfen, „Schuhweitkick“, Schubkarrenrennen, Balanceakt oder auch bei der Aktion „Fliegendes Hufeisen“ – überall konnte man sportliche Fitness sowie Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Die Bad Münstereifler Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian zeigte sich begeistert von der Jubiläumsveranstaltung. Sie betonte, dass die Schule ihren festen Platz in der Bildungslandschaft in Bad Münstereifel habe und sie gerne regelmäßig die Veranstaltungen der Schule besuche.