Schüler sprechen mit Alexander Gerst - Elf Minuten Funkverbindung

3. Juli 2018 Newsdesk/mth

Bonn. Am Dienstag haben Schülerinnen und Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums (KFG) in Bonn mit dem deutschen Astronauten auf der Internationalen Raumstation im Weltall gesprochen. Viel Zeit blieb den Jugendlichen nicht. Nur rund 11 Minuten war die ISS in Reichweite der extra auf dem Dach der Schule montierten Antenne. Gerst befindet sich seit Anfang Juni auf der Mission „Horizon“ und wird im Oktober Kommandant der ISS.

„Für mich ist die Menschheit zusammengerückt“

Die Fragen hatten die Schülerinnen und Schüler schon Monate im Voraus vorbereitet. „Wie haben Sie es geschafft erst als Astronaut und dann sogar als Kommandant ausgewählt zu werden? OVER.“, „ Was ist das Interessanteste, das Sie beim Blick auf die Erde gesehen haben? OVER.“ und „Haben Sie wieder eine Wette zum Ausgang der WM laufen? OVER.” Alexander Gerst auf der ISS nahm sich für jede Frage Zeit und erklärte anhand von Beispielen, warum Weltraumforschung für die Erde so wichtig ist.

Doch auch lebenspraktische und philosophische Fragen interessierten die Schülerinnen und Schüler des KFG. So erklärt Gerst, er habe gemerkt, auf was für einer kleinen Insel man eigentlich lebe in diesem großen Kosmos, in dem man bestehen müsse. «Für mich ist die Menschheit zusammengerückt. Wir leben auf einem kleinen Boot zusammen und wir müssen schauen, dass wir miteinander klarkommen.“ Veränderungen der Erde, wie Waldrodungen und schrumpfende Seen, seien auf der ISS auch erkennbar, so Gerst. Und auch, wenn man die großen Klimaveränderungen auf dem ersten Blick nicht sehe, so sollten wir uns nichts vormachen: Klimaveränderungen seien trotzdem da und sehr gefährlich für unsere Zukunft.

15 Schülerinnen und Schüler konnten ihre Fragen stellen. Dann dominierte plötzlich Rauschen die Leitung der Funkamateure und die ISS mit Alexander Gerst verschwand aus der Reichweite der Antenne auf dem Kardinal-Frings-Gymnasium.

Übertragung des Gesprächs und Bühnenprogramm auf dem Schulhof

Die Leitung zur ISS stellten Funkamateure des ARISS-Projektes her. Die DLR und die NASA fungierten als Mittler zwischen Gymnasium und den deutschen Astronauten. Um alle Schülerinnen und Schüler des KFG an der Verbindung teilhaben zu lassen, hatte die Schule eine große Bühne mit einem Bildschirm zur Übertragung auf dem Außengelände aufgebaut. Die Hauptabteilungsleiterin für Schule/Hochschule im Erzbistum Köln, Bernadette Schwarz-Boenneke, motivierte die Schülerinnen und Schüler vor dem Funkkontakt zur ISS. „Ein elfminütiges Telefonat ist meistens nichts Besonders“, so Schwarz-Boenneke. „Aber heute habt ihr die Chance mit einem Mann zu sprechen, der etwas gefunden hat, der einen Traum hat, für den er einsteht.“ Die Jugendlichen nutzten die Chance und interviewten nach dem Call zur ISS auch noch Reinhold Ewald, der 1997 als Astronaut auf der Mir war, und Walther Pelzer, Vorstandsmitglied des DLR, auf der Bühne. Dort hatten auch noch Schülerinnen und Schüler, die beim Call mit Alexander Gerst nicht mehr drankamen, die Chance ihre Fragen zu stellen.