Start Kontakt Sitemap

Altarweihe: Wie wird ein Altar geweiht?

Erklärung des Ablaufs und der Riten einer katholischen Altarweihe
9. August 2017; Newsdesk/Je

Weihbischof Schwaderlapp weiht einen Altar.

Am kommenden Wochenende weiht Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki einen neuen Altar in der Kirche St. Laurentius Königswinter-Oberdollendorf. Doch was geschieht bei einer Altarweihe? Und was bedeuten die durchgeführten Rituale? Und was ist eigentlich ein Altar?

 

Weihbischof Schwaderlapp erklärt die Altarweihe

 

Der Ritus der Altarweihe

Die Weihe eines Altares geschieht im Rahmen der ersten Eucharistiefeier. In der Regel zelebriert der Ortsbischof – im Erzbistum Köln also der Erzbischof – diesen Gottesdienst. Diese erste Messfeier auf dem neuen Altar ist die wichtigste und allein notwendige Handlung einer Altarweihe. Dazu treten das Weihegebet und weitere festgelegte Riten, die teilweise seit dem 4. Jahrhundert belegt sind. Folgende sechs Riten deuten den christlichen Altar aus:

  1. Beisetzung von Reliquien im Altar
    Im frühen Christentum wurden Kirchen und Altäre oft über Gräbern von Märtyrern errichtet, das gilt zum Beispiel für St. Gereon Köln oder das Bonner Münster. Das war nicht bei jeder Kirche möglich. Daher ist der Brauch entstanden, in die Altäre Reliquien von Heiligen einzulassen. Ambrosius von Mailand formulierte im 4. Jahrhundert die Verbindung der Reliquien mit dem Altar: „Er, der für alle gelitten hat, liegt auf dem Altar: sie, durch sein Leiden erkauft, ruhen unter dem Altar.“ Seit dem II. Vatikanischen Konzil ist nicht mehr vorgeschrieben, Reliquien im Altar beizusetzen, der Brauch soll aber in der Regel beibehalten werden.
  2. Besprengung des Altars mit Weihwasser
    Ähnlich wie bei einer Taufe wird der neue Altar mit Weihwasser bespritzt. Das Besprengen mit gesegnetem Wasser erinnert an das Wort Jesu, dass aus seinem Inneren „Ströme lebendigen Wassers fließen“ werden: „damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollen, die an ihn glauben“ (Joh 7,18f). Von diesem Geist sollen alle erfüllt werden, die von diesem Altar mit Leib und Blut Christi gestärkt werden.
  3. Salbung des Altars
    Durch die Salbung mit Chrisam wird der Altar zum Symbol Christi. „Christus“ bedeutet auf Deutsch „der Gesalbte“. Auch bei einer Taufe wird jeder Mensch mit Chrisam gesalbt.
  4. Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar
    An fünf Stellen, die an die Wundmale Christi erinnern, wird auf dem Altar Weihrauch verbrannt. Die Stellen sind jeweils durch eingravierte Kreuze markiert. Der Weihrauch soll als Wohlgeruch zu Gott aufsteigen, als Zeichen dafür, dass die Gebete der Gläubigen Gott angenehm sind.
  5. Weihegebet
    Das Weihegebet bringt zum Ausdruck, dass der Altar für immer dem Herrn geweiht wird und bittet gleichzeitig um Gottes Segen
  6. Auflegen des Altartuchs und Anzünden der Kerzen
    Das Auflegen des Altartuchs weist darauf hin, dass am Altar das eucharistische Mahl gefeiert wird. Das Altartuch knüpft damit an die weltliche Tischdecke an, mit der auch heute bei festlichen Essen ein Tisch bedeckt wird. Die Kerzen am Altar weisen auf Christus als „das Licht der Welt“ (Joh 8,12) hin.
     

Der Altar

Der Altar – auch als „Tisch des Herrn“ bezeichnet – ist das Herzstück einer Kirche. Am Altar feiert der Priester mit der Gemeinde die Eucharistie, also die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. So ist der Altar Tisch des Opfers und des österlichen Mahles. Weil am Altar die Gedächtnisfeier Jesu begangen wird und den Gläubigen sein Leib und But gereicht werden, betrachtet man den Altar selbst als Sinnbild für Christus.

Zurück

 

Pressekontakt

Erzbistum Köln
Newsdesk
Kardinal-Frings-Str. 1-3 50668 Köln T 0221 1642 3909 F 0221 1642 3990 newsdesk@erzbistum-koeln.de