Tafelbilder

Die Tafel als Teil eines Kunstwerks

Neuss. Der Kunstleistungskurs des Erzbischöflichen Gymnasiums Marienberg zeigt seine "Tafelbilder" im Rathausfoyer. Von Julia Schüßler

Ob kryptische Matheformeln oder Englischvokabeln aus weißer Kreide - jeder kennt die Tafel und hat seine eigenen Erinnerungen an das gute Schiefer-Stück. Der Kunstleistungskurs des Marienberg-Gymnasiums hat diese Erinnerung nicht in Worte, sondern Bilder gefasst. Und diese Kunstwerke sind noch bis zum 18. März im Rathausfoyer unter dem Namen "Minverva" ausgestellt.

"Wir sind ein Kurs mit Sprachflüchtlingen, die eine andere Ausdrucksweise als die Sprache suchen, nämlich die Bildsprache", sagt Kursleiter Olaf Gruschka. Im Rahmen des Curriculums war als Thema der Surrealismus vorgeschrieben. Und was liegt da näher, als eine alltägliche Situation verfremdet wiederzugeben? "Die Schule ist eben da, sie ist das unmittelbare Umfeld", sagt Gruschka. Eine Motivsuche sei insgesamt immer banal, es komme darauf an, was man mit dem Motiv macht.

Mit schulischen Situationen sollte so das Unvorstellbare in das Vorhandene transportiert werden. Bis zu vier Monate haben die Schülerinnen an ihrer eigenen surrealistischen Umsetzung gearbeitet und in Unterricht-und Freistunden daran gewerkelt. Zum Teil alleine oder gemeinsam im Team. So finden sich in der Ausstellung Bilder, in denen Tafeln dargestellt werden oder aber Situationen mit Tafeln.

 

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Rede zur Ausstellung

Eine Schülerin kommentiert die Ausstellung

Erläuterung zur Ausstellung

TAFELBILDER

Bürgermeister Reiner Breuer eröffnet die Ausstellung

Der Kunst-Leistungskurs der Stufe Q1  lädt  Sie zur  Ausstellungseröffnung am 19.02.2018 im Neusser Rathausfoyer ein.

 

Bürgermeister Reiner Breuer wird die Ausstellung eröffnen und die Schülerin Sophia de Luca eine Rede anlässlich der Ausstellung halten.

 

„Tafelbilder“, so der Titel der Ausstellung, umspannt den Bedeutungsüberschuss, der sich in den Begriffen Schulbild, Bild mit Tafel und Tafelmalerei verbirgt.

 

Gezeigt werden Bilder aus dem Schulleben, schulische Porträts und inszenierte Situationen mit Tafel.
„Pssst, sei ganz still“, signalisieren die  Bilder und fordern schweigendes Staunen, das so natürlich nicht geduldet wird. Das künstlerische Sehen verhält sich zur Kritik und zur sprachlich geprägten Bildung wie das Löschblatt zur Tinte – es hat sie in sich aufgesaugt und ausgelöscht.

Minerva

Minerva: „Wir begannen immer mit Fotografien, die miteinander kombiniert wurden. Unsere Malerei war beinahe Meditation. Freigesetzt von der Verpflichtung, bewusst ein Bild konstruieren zu müssen und an Proportionen, Perspektivität und Raumaufbau zu denken, gaben wir uns der selbst gewählten Vorlage hin und entdeckten im Malprozess ihre bildnerische Logik. Nach Überlegungen und Konstruktionen zu arbeiten, das wollten wir einfach nicht. Wir entdeckten die jeweilige Logik des Bildes erst nachträglich. Man sagt ja auch: NACH-DENKEN. Das Malen hat eine eigene Logik, die sich beim Malen ereignet. Sie muss nicht verbalisiert werden. Die großen Bilder malten wir meistens zu zweit, ohne viel zu reden. Wir malten im Unterricht, in den Pausen und Freistunden. Man kann beim Malen nicht über alles sprechen. Worüber man nicht sprechen könne, so unser Kunstlehrer O. Gruschka, darüber müsse man schweigen oder es zeigen.“

Eröffnung am 19.02.2018

Eröffnung am 19.02.2018 um 16.30 Uhr im Neusser Rathausfoyer.

 

Für den Kunst-Leistungskurs „Minerva“

Olaf Gruschka