Legomodell Marienschule

Marienschule Opladen

Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat

Wollen wir wetten? Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (kurz: ABS) liegt auch in diesem Jahr wieder unter vielen Weihnachtsbäumen und auf Geburtstags-Gabentischen. Recht viel davon befindet sich auch im Raum 321 der Marienschule Opladen. Es gibt es in den Farben sandgrün, mediumnougat, neuhellgrau oder medium Azur. Die Rede ist von Lego-Steinen.

Freitag für Freitag

Freitag für Freitag rechnen, planen, bauen, korrigieren, gestalten SchülerInnen mit Hilfe der genoppten Bausteine ihr Schulhaus im Maßstab 1:55 – in der Lego-AG, geleitet von Simon Andreas Nitsch. Im Zentrum steht dabei der Nachbau des Schulhauses. Nunmehr anderthalb Jahre tüfteln die Noppen-Liebhaber an komplizierten Konstruktionen und überlegen, wie man charakteristische Elemente des Marianums – vom Glastreppenhaus über Wandelemente bis zum Dach – nachbauen kann. Fabian: „Hier ist Kreativität gefragt, besonders bei den Dächern, welche oft andere Winkel haben oder mal platt enden und mal spitz zulaufen, was oft gar nicht einfach zu lösen ist. Das hört sich einfacher an, als es ist. Aber als eifriger Legobauer lassen sich da tolle Tricks aus dem Hut zaubern.“ Das mag auch Marcel: „Ich finde das interessant, dabei zuzusehen, wie ein Gebäude mit Legosteinen nachgebaut wird. Dafür müssen wir z.B. auch ausrechnen, mit wie vielen Noppen ein Meter dargestellt wird.“

Mehrperspektivität ist Nitsch wichtig

Gerade diese Mehrperspektivität ist Nitsch wichtig: „Es geht nicht nur darum, einen Stein auf den anderen zu setzen. Die SchülerInnen sollen einen Rundumblick auf den Bau eines Gebäudes bekommen.“ Dazu zählt die akkurate Umrechnung des Bauplanes der Schule in Legonoppen, der Besuch bei einem Architekten oder auch die geplante Erkundung eines benachbarten Spezialchemieunternehmens, das die Rohstoffe zur Herstellung der Legosteine liefert. Über Umwege kommen diese Steine dann auch an der Marienschule an: Entweder durch großzügige Sach(Lego-)Spenden aus der Schulgemeinde oder durch finanzielle Spritzen des Fördervereines, einer Bank und eines Chemieunternehmens. Nur durch diese Unterstützung können die Schüler so detailreich die Schule nachbilden. Bis Dezember 2017 wurden bereits rund 15.000 Steine verbaut. „Der Altbau wird gerade fertig gestellt und das Ganze ist auch schon ohne Neubau und Garten ein stabiles und detailreiches Prachtstück“, schwärmt Fabian weiter von dem Modell.

Nicht nur Modellbau

Das Projekt soll keine einmalige Nummer werden: Eine Fortführung zum Bau der Turnhalle, der Kapelle, des Neubaus u.s.w. ist angezeigt. Da die Länge alleine des Altbau-Modelles schon ca. 1,60 Meter beträgt, musste das Gebäude in Modulen gebaut werden, die zerlegt und transportiert werden können. Nur so kommt es bspw. vom „Legoland“ (das ist der Lagerraum der Steine, den unser Hausmeister Herr Michael getauft hat) durch Türen in das Atelier, wo die Schule Woche für Woche wächst.

 

Modulhaft geht es neben dem „reinen Modellbau“ auch in einem neuen Zweig der AG zu: Dem Bau von GBC-Modulen (Great Ball Contraption). Wem das Klickern und Klackern vom Tag der offenen Tür noch in den Ohren liegt, der weiß, um was es hier geht: „Ein Modul befördert mithilfe von Motoren und Hebeln kleine Lego-Bälle von A nach B. Hier sind der Kreativität quasi keine Grenzen gesetzt. Vorausgesetzt natürlich, dass es am Ende auch funktioniert“, erklärt Fabian die MINT-Komponente der AG. Auch hier spielt die Berufsfelderkundung eine wichtige Rolle: So werden die AG’ler die Möglichkeit bekommen, u.a. das Radioteleskop der Fraunhofer-Gesellschaft  in Wachtberg zu besichtigen.

 

 

Text: Marienschule Opladen