Bildungscampus - Werkstattverfahren am 9.November 2018

Bildungscampus - Werkstattverfahren am 9.November 2018

Alle gesellschaftlichen Schichten berücksichtigen

Das Erzbistum Köln möchte eine neue Schule gründen, an der Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten ein für sie passendes Bildungsangebot finden. Gleichzeitig soll die Schule der zentrale Knotenpunkt eines Netzwerks aus Hilfs- und Weiterbildungsangeboten sein, sodass Kinder und Jugendliche auch außerhalb des Schulalltags bei Bedarf individuelle Unterstützung erhalten. So sollen die jungen Menschen vom Kindergarten bis in den Beruf begleitet werden.

 

Eine Schule für alle – das soll der Bildungscampus des Erzbistums Köln im Stadtteil Köln-Kalk werden. Um diesen Gedanken direkt von Anfang an umzusetzen, organisierte das Bistum ein Werkstattverfahren, bei dem Fachleute und Interessierte ihre Ideen für die neue Schule einbringen können.

Ziel des Werkstattverfahrens

Das Werkstattverfahren soll die Ideen der zukünftigen Nutzer, Nachbarn und Partner direkt in das Projekt einbinden und mit den bereits bestehenden Ideen der Experten kombinieren. Auf diese Weise soll schließlich eine intensiv vernetzte Schule entstehen, die Kinder und Jugendliche aus allen Gesellschaftsschichten vom Kindergarten bis in den Beruf begleitet und ihnen vielfältige Chancen eröffnet.

Eine Schule für alle – das soll der Bildungscampus des Erzbistums Köln im Stadtteil Köln-Kalk werden. Um diesen Gedanken direkt von Anfang an umzusetzen, startet das Bistum jetzt ein Werkstattverfahren, bei dem Fachleute und Interessierte ihre Ideen für die neue Schule einbringen können.

Unter dem Titel „Schule gemeinsam entwickeln“ fand am 9. November von 17-21 Uhr ein Werkstattgespräch in den Tagungsräumen des Klarissenklosters in Köln Kalk (Kapellenstraße 53, 51103 Köln) statt. Den Auftakt bildeten  thematische Impulse von drei Experten zu den Themen:

„Eine Schule, viele Wege: Talente entdecken und fördern“
Gerhard Schöll, Rektor und Bildungszentrumsleiter der Bodensee-Schule St. Martin, Friedrichshafen

„Schularchitektur – Räume zum Lernen“
Walter Heilmann, Schulbauberater, ehemaliger Schulleiter der Rosenmaarschule

„Gemeinsam leben und lernen in der Schule“
Pfarrer Franz Meurer, Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in den Stadtteilen Vingst und Höhenberg

Im Klarissenkloster in Köln Kalk  wurden intentional die Ideen der zukünftigen Nutzer, Nachbarn und Partner direkt in das Projekt eingebunden und mit den bereits bestehenden Ideen der Experten  kombiniert.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll  eine Werkstattpräsentation erfolgen.

Ziel ist es eine  intensiv vernetzte Schule entstehen zu lassen, die Kinder und Jugendliche aus allen Gesellschaftsschichten vom Kindergarten bis in den Beruf begleitet und ihnen vielfältige Chancen eröffnet.

Räume wirken unmittelbar und nachhaltig auf Menschen.

Räume wirken unmittelbar und nachhaltig auf Menschen. Ob man ein Kaufhaus oder eine Kirche betritt, der Unterschied ist sofort spürbar. Jeder Raum hinterlässt eine ganz bestimmte Stimmung in uns. Gerade deshalb verwenden wir so viel Zeit mit der Gestaltung unserer Wohnräume, schließlich möchte man sich zuhause wohlfühlen können.

 

„Schulgebäude sind sichtbare Zeugnisse des Entwicklungsstandes „pädagogischer Kultur“

„Schulgebäude [und Klassenzimmer] sind sichtbare Zeugnisse des Entwicklungsstandes „pädagogischer Kultur“. Sie geben Aufschluss über philosophische Sichtweisen und „Vorstellungen von Menschen“, über Auffassungen von Lehren und Lernen, die sowohl Erziehungs- und Bildungszielen als auch architektonischen und innenarchitektonischen Gestaltungszielen zu Grunde liegen. Ihre architektonisch-räumlichen Anmutungsqualitäten verweisen auf das Lehr- und Lerngeschehen, das sich in diesen Gebäuden ereignet, somit auch darauf, ob Erziehung zur Anpassung und Unterordnung oder aber Erziehung zur Autonomie, Kreativität und Menschlichkeit, humane Erziehung und Bildung, zu den leitenden Zielen pädagogischer und gestalterischer Intentionen zählen.“ (Rodeck, Meerwein, Mahnke 1999, S. 78)

Unterricht und Erziehung finden seit jeher in bestimmten räumlichen Kontexten statt. Ein Vorläufer des heutigen Klassenzimmers entstand bereits im 17. Jahrhundert unter dem Begriff der Schulstube . Das Klassenzimmer durchlief bis hin zur Gegenwart eine enorme Wandlung. Schlagworte wie Lernwerkstatt, Lernlandschaft, Lern- und Lebensraum oder Lernecke wurden durch verschiedene Arten der Raumgestaltung geprägt und verleihen dem Klassenzimmer bis heute viele Gesichter.

Gerhard Schöll, Rektor und Bildungszentrumsleiter der Bodensee-Schule St. Martin

Gerhard Schöll, Rektor und Bildungszentrumsleiter der Bodensee-Schule St. Martin sprach in seinem Impulsvortrag davon , dass der Lebensraum Schule den anvertrauten Kindern und Jugendlichen Erfahrungen ermögliche. Das Gesamtkonzept der Ganztagsschule gebe Antworten auf die Anforderungen des Lebens. Das harmonische Zusammenleben von "Kleinen", "Großen", Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen sei eine dringliche  Aufgabe und sorge für eine positive Lernatmosphäre.

Wer ein Kind erziehen will, brauche ein Dorf.

Neben den räumlichen Voraussetzungen bedarf es, so Schöll, einer Konzeption der Ganztagsschule, die sich an den Kindern und vor allem deren Möglichkeiten ausrichtet. Die Vielfalt der Erfahrungsmöglichkeiten und Bewährungschancen erfordert eine weitere Voraussetzung: ZEIT zum Entwickeln und Wachsen für jeden Einzelnen.

 

„Schule, die nicht mehr sei als purer Unterricht, vergebe ihre größte Chance.“

Schule als Lebensraum gestalten heißt, sie als Lebensgemeinschaft zu betrachten, in welcher Kinder und Jugendliche beheimatet sind und unterschiedlichste Lebensentwürfe verfolgen können. Ein Lebensraum, in dem jeder, ob Erwachsene oder Kinder, Verantwortung übernimmt und am Gelingen der Gemeinschaft aktiv Anteil trägt. Jedes Mitglied hat seinen Platz und seine Aufgabe im Lebensraum Schule. Sicherheit gibt das eindeutige JA zur Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit, somit der Würde eines jeden Einzelnen.

Walter Heilmann, Walter Heilmann, Schulbauberater

Schule ist – zum Glück ­– nicht nur Unterricht, sie ist Lebensraum für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, und das in zunehmendem Maße, denn die Entwicklung zur Ganztagsschule für alle ist nicht mehr aufzuhalten. Damit kommen noch andere Professionen ins Spiel: Erzieher, Sozialarbeiter, Workshop-Leiter aus Kunst- und Musikschulen, Sporttrainer,Handwerker … Alle, die in der Schule der Zukunft lernen, lehren und leben, haben ein Recht auf eine lern- und arbeitsförderliche, gesunde, ästhetische Umgebung. Heilmann forderte Klima auf allen Ebenen, auch um Verantwortungsbewusstsein bei den Nutzern des Gebäudes zu fördern.

Die Herausforderungen an die Schule von heute sind hoch. Lernen und Lehren haben sich verändert, die Entwicklung zu Ganztag und Inklusion ist in vollem Gange. Längst ist klar, dass Schulen heute nicht mehr so aussehen können wie vor 100 Jahren. Aber wie sollen sie aussehen? Und wie kann in der Planung dafür gesorgt werden, dass der spätere Bau allen Anforderungen entspricht?

Künftig mehr Zeit mit Lernen und mehr Zeit in Schulen

Wir verbringen künftig mehr Zeit mit Lernen und mehr Zeit in Schulen, mehr Lebenszeit. Pädagogische Anforderungen müssen in Raumanforderungen übersetzt werden. Dies geschieht in Abhängigkeit vom pädagogischen Konzept auf  unterschiedlichen Ebenen: Konzentration / Kontemplation Basisraum (z.b. / Klassenzimmer) Rückzug Jahrgangsstufen, Lernfamilien Schule Offenheit / Begegnung Kommunikation / Präsentation.

Pfarrer Franz Meurer,

„Gemeinsam leben und lernen in der Schule“
Pfarrer Franz Meurer, Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in den Stadtteilen Vingst und Höhenberg stellte stellte die Notwenigkeit der Identifikation mit der Gemeinschaft in den Mittelpunkt seiner Ausführungen mit vielen Beispielen aus seiner Gemeindearbei gem. der Leitlinie "Verkündet das Evangelium, notfalls  auch mit Worten“.

 

-gru-